Berufsbild: SozialbetreuerIn für Behindertenarbeit und Behindertenbegleitung

SozialbetreuerInnen für Behindertenarbeit (BA) und für Behindertenbegleitung (BehindertenbetreuerInnen, BB) sind SpezialistInnen für die Arbeit mit körperlich und/oder geistig gehandicapten Menschen.

Ihr Arbeitsspektrum reicht von der Unterstützung bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens bis hin zu hochkomplexen therapeutischen Maßnahmen und Trainings. Sie arbeiten dabei eng mit ÄrztInnen und therapeutischem Personal zusammen. Die Arbeit wird sowohl ambulant als auch in Pflegeeinrichtungen ausgeübt.

SozialbetreuerInnen mit den Ausbildungsschwerpunkten Behindertenarbeit (BA) und Behindertenbegleitung (BB) arbeiten in Einrichtungen und Diensten der Behindertenhilfe in den Bereichen Wohnen (Wohnheime, Wohngruppen, Wohngemeinschaften, teilbetreutes Wohnen, etc.), Arbeit und Beschäftigung (Tagesheime, Werkstätten, Basale Tagesgruppen, Arbeitsassistenz), Freizeit und Bildung, Erziehung und Förderung (Basale Förderklassen, Integrationsklassen) sowie bei ambulanter Beratung und Begleitung.

SozialbetreuerInnen für Behindertenarbeit und Behindertenbegleitung arbeiten mit behinderten Menschen aller Altersstufen, vor allem mit Erwachsenen, sowie mit Menschen mit allen Formen von Beeinträchtigung, vor allem mit intellektuell- und mehrfachbehinderten Menschen.

Marcus Humer, Fachsozialbetreuer, Behindertenbegleitung in den Technischen Werkstätten St. Elisabeth, OÖ

Vorbild sein und Werte vermitteln

Marcus Humer sattelte vom Goldschmied in den Sozialbereich um. Nun begleitet er Jugendliche mit Beeinträchtigungen bei ihrer Berufsorientierung.

In der Technischen Werkstätte herrscht viel Abwechslung. Von Frühling bis Herbst fahren Marcus Humer und die von ihm begleiteten Jugendlichen zehn Spar-Märkte an. Dort mähen sie den Rasen, pflegen Parkplatz und Hecken und zupfen Unkraut. Bei Regenwetter und im Winter arbeiten sie in der Werkstätte selbst intensiv mit Holz und Metall. Koordiniert wird dies von Marcus Humer, der die Jugendlichen mit allen Kräften unterstützt

„Ich organisiere die Arbeit und trage die Verantwortung. Aber ich arbeite auch selbst immer mit. Das wäre sonst keine Vorbildwirkung – nur dastehen und anschaffen“, erzählt Humer, der die Ausbildung zum Fachsozialbetreuer Behindertenbegleitung abschloss. In der Werkstätte lernen die Jugendlichen verschiedene Werkzeuge kennen und erledigen externe Aufträge. Im Moment erstellen sie Namensschilder aus Holz für eine Hochzeit und Teflonblätter für eine Holztrocknungsanlage.

Drei Betreuer kümmern sich in unterschiedlichen Bereichen um die Jugendlichen. Das Betreuungsverhältnis ist 1:4. „Anfangs werden die Jugendlichen in der Werkstätte theoretisch in die Geräte eingeführt. Dann sehe ich, wie weit sie sind und wie viel ich ihnen zutrauen kann. Mit der Zeit übernehmen sie mehr Tätigkeiten“, erklärt Humer.

Zwölf Wochen verbringen die Jugendlichen in der Werkstätte. Sie ist eine von vielen Stationen, die in der dreijährigen Berufsorientierung durchlaufen werden. So können die Jugendlichen erste und grundlegende Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln. „Es ist unglaublich zu sehen, wie ehrlich und offen die Jugendlichen sind. Zu erleben, wie es in der freien Wirtschaft aussieht, weckt ihre Motivation. Als Betreuer sieht man, was in den drei Jahren weitergeht – und diese Entwicklung ist ein Hammer!“

Zur Arbeit mit den Jugendlichen kommen auch Eltern- und Zielentwicklungsgespräche. Pädagogik spielt eine große Rolle. „Die Jugendlichen sollen lernen, worum es geht. Mir sind Teamgeist und Ehrlichkeit sehr wichtig“, so Humer. Diese Werte sind nicht so messbar, wie die 2,5 Tonnen Heckenschnitt pro Jahr oder die 89 Tage Rasenmähen, dafür aber umso wichtiger – und sie zu vermitteln macht Marcus Humer deutlich Spaß. „Ich habe unheimlich viel Glück, hergefunden zu haben. Nach 13 Jahren als Goldschmied wollte ich in den Sozialbereich gehen, und das hier ist genau mein Traumjob.“

Ausbildung zum/zur Fach- und Diplom-SozialbetreuerIn für Behindertenarbeit und Behindertenbegleitung

Als Ausbildungsmöglichkeiten gibt es österreichweit verschiedene Fachschulen:

Schule für Sozialbetreuungsberufe-Behindertenarbeit (SOB)

1100 Wien, Absberggasse 27
Tel.: 01/214 25 80
Fax: 01/214 25 80-18
sob(at)caritas-wien.at
www.sob.caritas-wien.at

Die Fach- und Diplomausbildung wird in zwei Formen angeboten:

  • Tagesform (ab 18 Jahren)
  • Berufsbegleitende Form (ab 19 Jahren)

Bildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe

3100 St. Pölten, Parkpromenade 10
Tel.: 02742/35 35 50
Fax.: 02742/35 35 50-8
fsb.stpoelten(at)noeschule.at
www.bigs.ac.at

Ausbildungszentrum Sozialbetreuungsberufe Salesianumweg

4020 Linz, Salesianumweg 3
Tel.: 0732/77 26 66-43 29
Mobil: 0664/181 20 03
sekretariat(at)sob-linz.at
www.sob-linz.at

  • Behindertenbegleitung, Behindertenarbeit, sowie Diplom-Module
  • Tagesform und berufsbegleitend möglich

Schulzentrum Josee

4802 Ebensee, Langbathstraße 44
Tel.: 06133/52 04-10
Fax: 06133/52 04-6
office(at)josee.at
www.josee.at

Ausbildungszentrum für soziale Berufe

8010 Graz, Wielandgasse 31 (gegenüber Nr. 46)
Tel.: +43 316/82 41 51
Fax: +43 316/82 41 51-26
abz.wielandgasse(at)caritas-steiermark.at
http://abz-wielandgasse.caritas-steiermark.at/

Lehranstalt für Sozialberufe Rottenmann 

8786 Rottenmann, Schloßgasse 122B
Tel.: +43 3614/23 12
Fax: +43 3614/23 12-17
la.rottenmann(at)caritas-steiermark.at
http://la-rottenmann.caritas-steiermark.at/

Schule für Sozialbetreuungsberufe

9020 Klagenfurt, Viktringer Ring 36
Tel.: 0463/511 404-0
Fax: 0463/511 404-15
fs-sozial2(at)lsr-ktn.gv.at
www.sobs.at