Berufsbild: SozialarbeiterIn

Was macht ein/e SozialarbeiterIn?

SozialarbeiterInnen unterstützen und beraten einzelne Personen, Familien, Gruppen oder Gemeinwesen bei der Bewältigung von sozialen Problemen, Konflikten und schwierigen Lebenssituationen (Krisensituationen). Davon abgesehen können sie am Aufbau sozialer Strukturen beteiligt sein und an sozialpolitischen Projekten mitwirken.

Sie arbeiten v.a. in Einrichtungen des öffentlichen und privaten Sozialdienstes. Abhängig vom Aufgabengebiet der sie beschäftigenden Institution nehmen SozialarbeiterInnen sehr unterschiedliche Aufgaben wahr, die von der Beratung spezieller Bevölkerungsgruppen (alte Menschen, Behinderte, MigrantInnen, straffällige Personen etc.) über Stadt- und Regionalentwicklung bis zur Leitung von Jugendtreffs und sozialpolitischer Projektarbeit reichen. 
Im Rahmen des Gesundheitswesens arbeiten sie in Spitälern, Gesundheitsämtern, psychiatrischen Krankenhäusern und Beratungsstellen für alkohol- und drogenabhängige Menschen.

Neben der Hilfs- und Beratungstätigkeit versuchen SozialarbeiterInnen ihre KlientInnen zu einer aktiveren und selbstständigeren Lebensführung zu motivieren. SozialarbeiterInnen können auch als SachwalterInnen die gesetzliche Vertretung von psychisch kranken und Personen mit geistiger Behinderung übernehmen.

Johannes Nagl, Sozialarbeiter bei der Caritas-Sozialberatung in Linz, OÖ

„Das Wunder ist man selbst“

In die 12 regionalen Sozialberatungsstellen der Caritas OÖ kommen Menschen, die Hilfe in existentiellen Notlagen suchen. Hier erhalten sie von Sozialberater Johannes Nagl etwas Unbezahlbares: ein offenes Ohr für ihre Situation von jemandem, der ihnen auf Augenhöhe begegnet – und ihnen oft auch das Licht am Ende des Tunnels zeigt.

Hinter Johannes Nagls Bürostuhl hängt eine Postkarte. Vorne eine grüne Landschaft, hinten die kurze Nachricht eines Klienten, der den Sozialarbeiter ein Jahr lang regelmäßig aufsuchte. „Ich habe seit einem Jahr keine Drogen genommen“ sagt die Nachricht – ein großer Erfolg und eine seltene Rückmeldung für die Sozialberatung der Caritas.

Unterschiedliche Probleme

Täglich hat Johannes Nagl mit Menschen zu tun, die sich in existentiellen Notlagen befinden. Manche benötigen eine finanzielle Überbrückung, andere Lebensmittelgutscheine oder Kleidung. Vielen hilft auch das umfangreiche Know-How der Beratungsstelle weiter – wie z.B. rechtliche Abklärungen oder eine Weitervermittlung an die Schuldnerberatung.

Allen ist aber gemeinsam, dass es ihnen einfach gut tut, mit jemandem zu reden, der sie nicht von oben herab ansieht, und einen Funken von Hoffnung zu verspüren – Hoffnung, dass ein Leben danach möglich ist, dass es weitergehen kann.

Gemeinsam erste Schritte gehen

„Leicht ist es nie“, erzählt Nagl. „Besonders betroffen bin ich jedes Mal bei Fällen mit häuslicher Gewalt. Die Frauen sitzen oft mit so einer argen Hoffnungslosigkeit vor mir und wünschen sich ein Wunder.“ Damit kann der 40-Jährige zwar nicht dienen, dafür mit Krisenintervention und Informationen, um die Menschen im Bedarfsfall an die passenden Stellen weiter zu vermitteln. „Das Wunder müssen sie letztendlich aber selbst sein“, erklärt er. „Ich zeige ihnen, was sie machen können und plane mit ihnen die nächsten Tage und mittelfristige Perspektiven.“ Schon das hat eine große Wirkung und die KlientInnen gehen oft gestärkt aus dem Beratungsgespräch hinaus. „Ich kann das Problem nicht in einer Stunde beseitigen“, betont Nagl. „Aber ich kann gemeinsam mit den Klienten die ersten Schritte gehen und anfangen, das Problem zu lösen.“

Ausbildung zur/zum Fach- und Diplom-SozialarbeiterIn

Universität

z.B. Psychologie, Soziologie, Bildungswissenschaft (Heil- und Integrationspädagogik, Sozialpädagogik, Weiterbildung).

Fachhochschule

Sozialarbeit, Soziale Arbeit, Sozial- und Verwaltungsmanagement, Sozialraumorientierte und Klinische Soziale Arbeit, Sozialwirtschaft und Soziale Arbeit.

Für die Berufstätigkeit in diesem Bereich gibt es nicht immer verbindliche und eindeutige Ausbildungswege. Großteils ist allerdings eine Vorbildung in Bereichen wie Psychologie, Soziologie oder Sozialarbeit und Sozialpädagogik erforderlich. Die eigentliche Tätigkeit ist zudem in der Regel mit dem Erwerb spezifischer Kenntnisse (z.B. rechtliche Kenntnisse) sowie berufspraktischer Vorerfahrung verbunden.

Mögliche Einsatzbereiche bei der Caritas

Sozialberatungstellen in ganz Österreich