Berufsbild: SozialpädagogIn

Ein sozialpädagigischer Kinder- und Jugendbetreuer bei einer Freizeitaktion im Gespräch mit einem Jugendlichen

SozialpädagogInnen betreuen Jugendliche oder Kinder in Internaten, Lehrlings- und Schülerheimen, Tagesheimen und Pensionaten. Sie betreuen die Kinder, unterstützen die Kinder selbständig zu handeln, versuchen Probleme mit ihnen aufzuarbeiten und helfen bei Hausaufgaben oder Schulproblemen. Sie suchen den Kontakt mit den Eltern und informieren diese über die Entwicklung des Kindes.

 

Was machen SozialpädagogInnen?

Sozialpädagogische Arbeit im Hort (Nachmittagsbetreuung)

Arbeit mit Kindern, die nach der Schule am Nachmittag betreut werden sollen. Zu den Aufgaben gehören Lernbetreuung, Freizeitgestaltung, Unterstützung bei der Entwicklung der Persönlichkeit sowie die Elternarbeit.

 

Sozialpädagogische Arbeit im Jugendwohlfahrtsbereich

Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die auf Grund familiärer Schwierigkeiten eine Zeitlang einer Fremdunterbringung bedürfen (z.B. Wohngemeinschaft). Zu den Aufgaben in diesem Tätigkeitsfeld gehören Kontakt mit Familie, Schule/Lehrstelle, Behörden, Gestalten des Lebensalltags, Krisenarbeit, Beratung, Konfliktlösung und Persönlichkeitserziehung.

 

Sozialpädagogische Arbeit im Sonderbereich

Arbeit mit Menschen, die auf Grund körperlicher und/oder geistiger Besonderheiten eine spezielle Betreuung benötigen. Aufgaben sind das Training von Alltagsroutine und lebenspraktischem Tun, Pflegetätigkeiten, Unterstützung bei der Entwicklung individueller Förderprozesse und Integrationsarbeit.

 

Freie Jugendarbeit

Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Jugendzentren oder anderen außerschulischen Einrichtungen von Vereinen und privaten Trägern, Betreuung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen wie z.B. im Gesundheitsbereich (Rehabilitation), bei Arbeitslosigkeit u.a.m.

Inga Seidel, Sozialpädagogin

Inga Seidel arbeitet als Betreuerin in der WG Manou. Dort ist sie für 15 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge verantwortlich. Bei zweien davon ist sie auch Bezugsbetreuerin.

Trotz des stressigen Jobs ist Inga Seidel fröhlich und engagiert. Die 37-Jährige hat an einem College das Studium der Sozialpädagogik berufsbegleitend absolviert und bereut es nicht.

Ursprünglich war sie in den Naturwissenschaften zu Hause. Sie hat jedoch rasch gemerkt, dass ihr hier der Bezug zu den Menschen fehlt.

Die Arbeit mit ihren Team-KollegInnen, die zum Teil auch aus anderen Berufssparten kommen, wie z.B. Psychologie oder Sozialer Arbeit, ist herausfordernd, aber macht Spaß.

Inga Seidel findet es spannend, dass man durch die KollegenInnen auch andere Betrachtungs- und Herangehensweisen kennenlernen kann.

 

„Ich fühle mich sehr wertgeschätzt“

Auf die Frage, was sie an ihrem Job besonders schön findet, antwortet Inga Seidel: „Ich fühle mich sehr wertgeschätzt vor allem durch die Jugendlichen. Sie sind alle sehr dankbar und geben mir das Gefühl, dass sie sich freuen, dass ich für sie da bin.“

Auch wenn der Alltag sehr viel Administratives und Organisatorisches mit sich bringt, ist es Inga Seidel wichtig, genügend Zeit mit den Jugendlichen zu verbringen. Sie hat immer ein offenes Ohr für die Anliegen, der Bewohner. "Sie sind halt ganz normale junge Burschen mit allen Vor- und Nachteilen, die das im Alltag oft mit sich bringt", resümiert Inga Seidel.

Meistens überwiegen die schönen Momente: So hat einer der Jugendlichen, der anfangs nicht lernen wollte ihr vor ein paar Wochen gesagt, dass er nun doch lernen wird: „Weil Du da bist, bin ich motiviert zu lernen.“

In Ihrer Freizeit erholt sich Inga Seidel beim Radfahren, Zumba tanzen oder Klavier spielen. Etwas Kreatives oder Sportliches zu machen, ist ihr als Ausgleich sehr wichtig.

Ausbildung zur/zum SozialpädagogIn

BMS - Sozial

  • Fachschule für Sozialberufe
  • Schule für Kinder- und Jugendlichenpflege (Sonderausbildung)
  • Schule für Sozialdienste

BHS - Sozial, BAKIP

  • Bildungsanstalt Sozialpädagogik

Schulische Berufsbildung für Erwachsene

  • Kolleg Hortpädagogik
  • Kolleg Sozialpädagogik