Raffaela Niederleitner, Sonderkindergartenpädagogin in der Caritas-Fachberatung für Integration

Ein selbstverständlicher Platz für jedes Kind

Im vertrauten Umfeld die eigenen Potentiale bestmöglich zu entfalten: Das ist das Ziel der Fachberatung für Integration, die Kinder mit besonderen Bedürfnissen in Kinderbetreuungseinrichtungen unterstützt.

Alle vier bis sechs Wochen besucht Raffaela Niederleitner den Kindergarten in Walding, um dort den Integrationsprozess von vier Kindern zu unterstützen. Den ganzen Vormittag lang greift sie den Pädagoginnen unter die Arme. Sie macht mit den Kindern Wahrnehmungsübungen, Bewegungsspiele und Massagen - und gibt Stützpädagogin Melanie Riegler dabei Anregungen, wie sie die Kinder so gut wie möglich fördern kann. Das Motto am heutigen Tag: Lernen durch Bewegung.

Bewegungs-Parcours

"Bewegung ist die erste Sprache eines Kindes und durch Bewegung fängt ein Kind an, seine Welt zu erkunden", erklärt die Diplomierte Sonderkindergartenpädagogin. So setzt sie kindgerechte Angebote, durch die sich die Kinder ihren Bedürfnissen entsprechend weiterentwickeln können - wie z.B. den Bewegungs-Parcours im Turnsaal. Dabei schlüpfen die Kinder in die Rollen verschiedener Tiere, klettern als Mäuschen durch ein Reifenhaus oder krabbeln als Katze über die Langbank. Ein Teil des Parcours wird auf dem Rollbrett zurückgelegt. Das regt den Gleichgewichtssinn an und fördert die Koordination der Körperteile.

Unterschiedliche Bedürfnisse - Individuelle Betreuung

Die Kinder, die von der Fachberatung für Integration betreut werden, haben unterschiedliche körperliche oder geistige Beeinträchtigungen. Die Art der Betreuung fällt entsprechend unterschiedlich aus. Beim 6-jährigen Markus*, der eine teilweise Gesichtslähmung hat, konzentriert sich Raffaela Niederleitner auf Übungen, die ihm helfen, sich im Raum zu orientieren und beide Körperhälften zu integrieren.

"Es ist total schön, Entwicklungsprozesse der Kinder miterleben und begleiten zu können", meint Niederleitner. "Wenn es gelingt, die Verschiedenheit im Gemeinsamen anzuerkennen, und jedes Kind einen selbstverständlichen Platz in der Gruppe hat, kann man von gelungener Integration sprechen."

* Name von der Redaktion geändert